Weibliche Hanfsamen —Fluch oder Segen?

 

Seit etwa fünf Jahren sind weibliche oder auch feminisierte Hanfsamen voll im Trend. Kaum eine Hanfsamenbank kann noch darauf verzichten, sie im Angebot zu haben. Immer mehr Kunden verlangen expliziert nach weiblichen Hanfsamen und zeigen kein Interesse mehr am regulären Saatgut. Da kommt natürlich die Frage auf, was die weiblichen Hanfsamen so besonders macht, dass sie so an Popularität gewonnen haben? Auch dieses Thema haben wir mit verschiedenen Hanf-Züchtern diskutiert…

Eigentlich sind die „weiblichen“ Hanfsamen ein alter Hut. Henk van Dalen von Dutch Passion und auch Cees Hendrix von No Mercy Supply haben vor mehr als zwanzig Jahren die ersten Experimente damit gemacht. Beide brachten ihre eigenen Versionen davon auf den Markt. Henk nannte seine Hanfsamen „feminisiert“, wäh­rend Cees sich sicher war, das seine Kreati­onen das Attribut „weiblich“ verdient hatten. In der Anfangszeit waren diese „weiblichen“ Sorten recht umstritten. Und selbst Henk und Cees mussten einige Rückschläge verkraften.

Dabei klingt die Idee von den „weiblichen“ Hanfsamen in der Theorie sehr verlockend. Im Unterschied zu den „regulären“ Hanfsamen, sol­len „weibliche“ Hanfsamen ausschließlich weib­liche Pflanzen hervorbringen. Dadurch soll vermieden werden, dass erst unerwünschte männliche Pflanzen aufgezogen werden, die — sobald sie ihr Geschlecht verraten — entfernt und vernichtet werden müssen. Männliche Pflanze sind, dass dürfte bekannt sein, nur für die Herstellung von Hanfsamen zu verwenden. Aufgrund ihres geringen Wirkstoffgehalts sind sie für den Konsum uninteressant.

Da die meisten Grower Cannabis wegen seines berauschenden Effekts anbauen, sind sie nur an den weiblichen Pflanzen interessiert.

Ihnen gilt die volle Aufmerksamkeit. Männ­chen nehmen da nur Platz, Licht und Nähr­stoffe weg, und können im schlimmsten Falle dazu führen, dass eine komplette Ernte vers-amt. Das würde sie praktisch ungenießbar machen und einen Totalausfall nahe kommen. Kein Wunder also, dass das „weibliche“ Saat­gut so beliebt ist.

Doch das war nicht immer so. Gerade in der Anfangszeit gab es große Probleme mit Her­maphroditen (Zwitterpflanzen). Obwohl die „weiblichen“ Hanfsamen tatsächlich Pflanzen hervorbrachten, die anfänglich weiblich wa­ren, konnten schon kleinste Stressmomente dazu führen, dass eine weibliche Pflanze zu

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