Weibliche Samen

 

Zum Thema »weibliche« oder auch »feminisierte« Hanfsamen haben wir zwar schon den einen oder anderen Beitrag veröffent­licht, dennoch erreichen uns hierzu immer wieder Fragen. Mei­stens geht es dabei um die Zuverlässigkeit dieses Saatguts, denn gerade in den ersten Jahren kam es immer wieder zu Problemen. Und das verunsichert bis heute.

Mittlerweile sind feminisierte Hanfsamen sehr beliebt, und im­mer mehr Hanfsamenbanken spezialisieren sich auf die Her­stellung und die Vermarktung von feminisierten Hanfsamen. Manche von ihnen verzichten sogar völlig auf den Verkauf der »regulären«, nicht feminisierten Samen. Von anderen Züchtern hören wir wiederum, dass sie feminisierte Samen ablehnen und diese nicht in ihr Programm aufnehmen wollen. Kein Wunder, dass so mancher Hanffreund irritiert ist …


weibliche samen 01Der Ausdruck »weibliche« Samen ist bei Cannabis etwas irreführend. Im Prinzip kann sich aus einem Hanfsamen entweder eine männliche oder eine weibliche Pflanzen bil­den. Manchmal weist die Pflanze sogar bei­de Geschlechtsmerkmale auf, männliche wie weibliche. In solchen Fällen spricht man von Zwittern oder Hermaphroditen.

In der Natur braucht es für die Vermehrung sowohl weibliche Blüten als auch männ­lichen Pollen, die zusammen zu befruchteten Samen werden.

Normalerweise ist beim Hanfsamen das Ge­schlecht der späteren Pflanze nicht ohne weiteres erkennbar. Erst während der Blüte zeigt sich das eine oder andere Geschlecht.

Als »weibliche Samen« werden solche be­zeichnet, aus denen sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit weibliche Pflanzen ent­wickeln. Doch wie ist das möglich? Die Idee, »weibliche« Samen zu produzieren, ist nicht neu. Bereits Anfang der neunziger Jahre wa­ren Unternehmen wie »Dutch Passion« oder »No Mercy Supply« damit beschäftigt, Can­nabissamen zu entwickeln, die ausschließlich weibliche Pflanzen hervorbringen wür­den.

Und grundsätzlich ist die Idee auch sehr gut, erspart solches Saatgut doch dem Gro­wer viel Zeit und Arbeit. Denn beim Anbau von Marijuana geht es eigentlich nur um die weiblichen Pflanzen und ihre Blüten. An den männlichen sind normalerweise nur Züchter interessiert, die damit neue Sorten entwi­ckeln wollen.

Werden die »regulären« Samen verwendet, muss zuerst ihr »Geschlecht« bestimmt wer­den. Dazu ist es notwendig, die Samen zum Keimen zu bringen und daraus eine Pflanze zu ziehen, denn erst an ihr lässt sich das Ge­schlecht erkennen. Dazu muss sie eine ge­wisse Zeit wachsen, bis von ihr ein Steckling geschnitten werden kann. Dieser muss Wur­zeln bilden und in die Blüte geschickt wer­den, um schließlich Geschlechtsmerkmale zu entwickeln, an Hand derer sich das Ge­schlecht bestimmen lässt. Da der Steckling genetisch identisch mit der Pflanze ist, von der er geschnitten wurde, hat diese auch dasselbe Geschlecht wie der Steckling. Das Ganze kann — je nach Sorte — schon mal ei­nige Wochen dauern. Wenn dann am Ende herauskommt, dass es sich um eine männ­liche Pflanze handelt, die vernichtet werden muss, kann das frustrieren. Denn es bedeu­tet viel Aufwand für nichts.

Die »weiblichen« Samen versprechen, dass aus ihnen nur weibliche Pflanzen entstehen. Den aufwendigen Prozess der Geschlechts­bestimmung kann man sich hierbei also spa­ren. Problematisch wird es nur, wenn die »weiblichen« Pflanzen gar nicht weiblich, sondern zwittrig sind. Dann bilden sie auch männliche Geschlechtsorgane, die in der Lage sind, alle weiblichen Blüten zu bestäu­ben. Das würde zur Samenbildung führen und alle Blüten, wohl auch von benachbar­ten Pflanzen, un(b)rauchbar machen.

Anfangs war dies ein großes Problem bei den »weiblichen« Samen, doch mittlerweile ha­ben das die meisten Hanfsamenbanken gut in den Griff bekommen. Während früher oft durch »Stressen« aus weiblichen Pflanzen Zwitter wurden, deren »männlicher« Pollen für die Produktion der weiblichen Samen be­nutzt wurde, werden heute chemische Sub­stanzen eingesetzt, um aus einer weiblichen Pflanze eine »männliche« zu machen.

Letztlich geht es immer darum, rein weib­liche Pflanzen dazu zu bringen, Pollen zu produzieren, die genetisch betrachtet immer noch weibliche Chromosome aufweist, was zu Samen führt, die zu »99 %« weiblich wer­den.

Auf diese Weise werden männliche Pflanzen im Prinzip unnötig, denn ihr Pollen wird für die Produktion weiblicher Samen nicht be­nötigt. Außerdem ist es so relativ einfach möglich, eine Sorte zu kopieren und von ihr feminisierte Samen herzustellen. Das ist be­sonders dann von Vorteil, wenn die originale Vaterpflanze verloren ging, aber dennoch Samen von der verbliebenen Mutterpflanze benötigt werden. Früher war dies nur über Stecklinge möglich, heute erlauben femi­nisierte Samen eine ähnliche Handhabung. Natürlich unterliegen auch feminisierte Sa­men gewissen genetischen Schwankungen, doch bei normalen Bedingungen besteht eine gute Chance, dass sie ähnliche Eigenschaften wie ihre Mutter haben und solange weiblich bleiben, bis sie geerntet werden.

 

  • pollen der hanfpflanze
  • Zwitter hanf
  • marihuana zwitter
  • reguläre samen Geschlecht erkennen
  • samen aus weiblichen pflanzen immer weiblich?
  • samen aus feminiesiert sind auch femi
  • von steckling samen
  • cannabisschimmel
  • hanfsamen männlich weiblich erkennbar?
  • weibliche samen cannabis-grower.club
 


No Comments