Interview mit Wernard Bruining dem Gründer von Positronics

 

Wernard Bruining gehört zu den Menschen, die die Entstehung der niederländischen Hanfscene live miterlebt und beeinflusst haben. Er war einer der Leute, die 1973 in Amsterdam den ersten CoffeeShop, das Mellow Yellow, er­öffneten. Sein Name taucht auch später immer wieder auf, was ihr im Artikel über die Geschichte der Hanfsamen­banken nachlesen könnt. In diesem Artikel kommen aber die Philosophie und der Geist, der hinter seinen Pionier­taten steckt, zu kurz. Das ist aber ein wichtiges Thema, erklärt es doch, warum Menschen wie Wernard die Risiken nicht scheuten, und immer wieder juristische Grenzen überschritten und sie dabei neu definierten. Da er uns die Geschichten über seine Coffeeshop-Zeit erzählt hat, beschränkt er sich hier—passend zum Thema „seeds & genetics“ — auf seine Erfahrungen und Hintergründe als Grower und Züchter.

grow! Hallo Wernard, schön dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst!

Wernard: Keine Ursache, das mache ich doch gerne…!

grow! Du hattest uns vor etwa fünf Jahren schon mal einen Artikel über deinen Coffee­shop geschrieben. Der endete im Jahr 1978 mit einem „mysteriösem“ Feuer im Mellow Yellow und deiner anschließenden Reise in die USA. Erzähl uns doch, wie deine Geschichte nach der Zerstörung des Coffeeshops weiterging.

Positronics02Wernard: Ok, das will ich gerne tun. Nach dem Brand im Coffeeshop gab es für mich erst­mal nichts zu tun, und so machte ich Urlaub. Ich flog in die USA und besuchte ein paar Be­kannte. In meinen Coffeeshop lernte ich eine Menge Leute kennen, manche von ihnen bau­ten auch selbst an. So auch meine amerika­nischen Freunde. Sie lebten in Kalifornien und in Oregon, das nördlich von Kalifornien liegt. Hier sah ich zum ersten Mal in meinem Leben

Marijuana, dass diese Bezeichnung auch ver­diente. Die fetten Blüten waren völlig frei von Samen, dafür voller Harz und Aroma. Ganz an­ders als das Outdoorgras, das ich aus Holland kannte.

grow! Was war das für ein Gras, woher kam die Genetik?

Wernard: In Kalifornien wurde schon seit längerem Hanf aus mexikanischen Cannabis-Samen angebaut. Vom Klima her ging das sehr gut und brachte wohl auch gute Erträ­ge. Nur wusste man damals noch nichts von „sensimilla“. Als man erkannte, dass unbe­fruchtete Hanfpflanzen zu intensiveren Blü­tenwachstum führen, wurden die Ergebnisse auch immer besser. Es gab dann auch bald die ersten Kreuzungen mit Indika-Pflanzen, deren Samen von Reisenden aus Asien mitge­bracht worden waren. Und wie du weißt, kann die Kreuzung zweier sehr unterschiedlicher Pflanzen deutlich stärkere Nachkommen her­vorbringen.

grow! Und so entstanden dann die modernen Hanfsorten wie „Skunk“?

Wernard: Zumindest wurde der Grundstein dafür gelegt. Skunk wurde Anfang der Achtzi­ger Jahre von Sam entwickelt. Wir nannten ihn wegen seiner Geschichten „Miracle Sam“.

grow! Welcher Geschichten?

Wernard: Als wir Anfang der Achtziger Jahre Verstärkung für unser „Green Team“ suchten (siehe dazu auch den Artikel auf Seite i6), ka­men zwei Amerikaner in Frage, die über ei­nige Erfahrungen im Hanfanbau verfügten. Der eine war Sam, der andere Ed Rosental. Sam hatte von Anfang an ein großes Mund­werk und erzählte uns die fantastischsten Ge­schichten über eine völlig neue Sorte, die er gezüchtet haben wollte. Wir waren natürlich erstmal skeptisch, denn alles, was wir zu dem Zeitpunkt an Marijuana kannten, hatte so gar nichts mit dem zu tun, wo von Miracle Sam be­richtete. Also schickten wir beiden ein Flugti­cket und luden sie nach Holland ein. Und so begann die Geschichte von Skunk in Holland.

grow! Coole Sache! Du hattest zu diesem Zeitpunkt schon angebaut, wie wir im Rahmen der Geschichte der Hanfsamenbanken berich­tet haben.

Wernard: Ganz genau. Das startete ziemlich schnell nach meiner Rückkehr aus den USA. Wir hatten schon bei Old Ed Zuhause viel ge­redet und philosophiert, und dabei kam uns auch der Gedanke, wie es wohl wäre, die ame­rikanischen Sorten in Holland anzubauen und es zu einem Cannabisproduzierenden Land zu machen. Da die klimatischen Verhältnisse in Oregon denen in Holland ähneln, lag es für mich nahe, die mitgebrachten Hanfsamen Zu­hause in meinen Gewächshaus auszuprobie­ren Ich hatte Hanfsamen

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