Equipment für den ersten Grow: was brauche ich, was kostet es?

 

Candy Kush Express Version €8.75

WAS WIRD BENÖTIGT?

  • eine Growbox oder ein speziell für’s Growen eingerichteter Raum – hier geht’s zum Growroom-Tutorial
  • ein Aktivkohlefilter passender Größe (Formel später, NICHT die ECO-Line nehmen, ist zwar günstiger, aber hält nicht lange!)
  • ein Rohrlüfter (LTI) der zum AKF paßt und das nötige Fördervolumen hat
  • Schlauch um die Lüftung zu verbinden
  • Schlauchschellen um den Schlauch sauber zu fixieren
  • ein Vorschaltgerät (vorzugsweise ein elektronisches, erhöhen die Lichtausbeute und die Lebensdauer der Leuchtmittel)
  • ein Leuchtmittel (Lampe)
  • eine Fassung für die Lampe
  • einen Reflektor für die Lampe
  • Kabel um sie zu verbinden
  • Befestigungsmaterial für den Reflektor – z.B. Easy Rolls oder Gavita Light Hangers oder eine Schweißkette mit Haken – sollte jedenfalls etwas Temperatur aushalten
  • einen oder mehrere Clip-/Schwenkventilatoren für Umluft in der Box/dem Raum
  • eine oder mehrere Zeitschaltuhren
  • ein Thermo/Hygrometer
  • evtl. ein Stecktrafo oder eine Klimakontrolle für Lärm-Minderung durch Lüfter-Regelung
  • Töpfe
  • Erde (es gibt andere Substrate, doch grade für den ersten Grow ist Erde sinnvoller, sie verzeiht mehr Fehler)
  • Dünger/Additive
  • Meßbecher, Gießkanne oder z.B. Plastikflasche bekannten Volumens
  • Gewebeband um Sachen zu fixieren die anders nicht halten wollen…

Viele Shops bieten Kombi-Angebote, von denen einige jedoch nicht unbedingt das Wahre sind – dieses Tutorial soll dazu dienen, eine fundiertere Kaufentscheidung tätigen zu können. Bei welchem Shop ihr das Equipment letztendlich kauft ist nicht wichtig.

Beim Equipmentkauf stellen sich als erstes ein paar grundsätzliche Fragen: 

  1. Welcher Ort steht zur Verfügung
  2. Wieviel Platz hat man
  3. Wie sind die Umweltbedingungen – Temperatur (auch an den Sommer denken!), Sichtschutz, ist Lärm ein Problem
  4. Wie hoch ist das Budget

Diese Fragen sollte man als allererstes beantworten, sie bestimmen den weiteren Weg.

Ideal ist ein Ort, an dem teils recht laute Lüfter laufen können ohne jemand zu stören, der Möglichkeiten für Zu- und Abluft bietet (Zuluft ist optional, Abluft nicht) und der auch Stromanschlüsse hat. Höhe ist wichtig, schließlich wollen wir die Pflanzen ja auch etwas wachsen lassen, da sie uns sonst nur eine kleine Ernte ermöglichen werden. 1,5m+ sind sinnvoll, 2m+ ideal.

Wichtig ist auch, daß die Temperatur im Sommer im Rahmen bleibt – mehr als 26° Umgebungstemperatur werden problematisch ohne starke Abluft, ideal sind 22-24° Umgebungstemperatur. Dachböden eignen sich daher nur sehr bedingt, da sie im Sommer extrem heiß werden und im Winter recht kalt. Im Keller sollte man eine temperaturgeregelte Heizung nicht vergessen. Cannabispflanzen stellen ihr Wachstum unter 18° ein – ideal fällt die Temperatur auch während der „Nacht“ (also dann, wenn die Lampe aus ist) nicht unter 22°. Ab ca. 30° wird kein THC mehr in der Pflanze produziert, also sollte man darunter bleiben.

Man sollte auch nicht außer Acht lassen, daß die Growbox den Raum in dem sie steht zumindest etwas erwärmen wird, selbst wenn die Abluft direkt nach außen geführt wird. Immer lieber etwas Sicherheitsspielraum einplanen. Auch Wasser von genügender Qualität (nicht zu hoher Leitwert/EC/Wasserhärte, pH Wert zwischen 6,5 und 7,5) sollte vorhanden sein. Diese Werte könnt ihr z.B. bei eurem Wasserversorger bzw. dem Wasserwirtschaftsamt erfragen, ihr könnt auch eine Wasserprobe zum Growshop mitnehmen und dort testen lassen.

WAS KOSTET ES?

Nun die wichtigste Frage: wie hoch ist das Budget? Sinnvolle Ausrüstung kostet Geld; ohne sinnvolle Ausrüstung ist es sehr schwierig gute Pflanzen hochzuziehen. Unter ca. 400-500 Euro wird es neu für das Equipment gesamt kaum bis nur mit Abstrichen machbar sein, dazu braucht ihr noch Samen oder Stecklinge, auch die sind nicht geschenkt. 

Nach oben ist die Preisspanne wie meistens offen…für eine wirklich komplette und qualitativ hochwertige Ausrüstung mit 1-1,44 m² solltet ihr auch ca. 800-1000 Euro einrechnen. Klingt nach viel Geld – das rechnet sich aber schon nach der 1. Ernte, wenn ihr überlegt, wieviel weniger Geld ihr für euer Rauchzeug ausgebt, bzw. wenn ihr mit ein paar Freunden zusammenlegt und eure Versorgung selbst in die Hand nehmt. Noch dazu wißt ihr dann, daß ihr sauberes Zeug bekommt – das ist viel wert.

Manche Shops bieten Kombiangebote mit Stecklingen an (falls ihr in Österreich lebt), die sich meist kostentechnisch auszahlen. Wenn ihr weniger als diesen Betrag zur Verfügung habt, so haltet hier nach gebrauchtem Equipment Ausschau oder greift z.B. auf Leuchtstoffröhren passender Lichtfarbe zurück, die sind um wenig Geld zu haben – hier geht’s zum LSR Special, lest erstmal dort weiter. Abluft und Filter braucht ihr dennoch, das ist ganz wichtig!

ABLUFT UND FILTER

Wie berechne ich nun einen passenden Lüfter und Aktivkohlefilter für die Box/den Raum? Ganz einfach, es soll so berechnet sein, daß innerhalb einer Minute das gesamte Raumvolumen einmal getauscht werden kann. Sicherheitsspielraum ist hier sinnvoll, ebenso sind größere und stärkere Lüfter, die an einem Stecktrafo oder einer Klimakontrolle hängen deutlich leiser beim selben Fördervolumen als kleinere mit Vollgas. Kostet halt nochmal extra. Der Aktivkohlefilter sollte immer mindestens so groß/stark bemessen werden wie der Lüfter, z.B. einen 400 m³ AKF mit einem 360 m³ LTI. Überschreitet man die Fördermenge die für den AKF zulässig ist, wird er nicht mehr korrekt filtern.

Habe ich nun eine Box mit 1x1x2m, so sind das 2 m³ Volumen. Zusätzlich habe ich noch Schlauch als Verbindungsmaterial von Luftfilter, Lüfter und Abluft nach draußen – für jeden Meter Schlauch rechnen wir 1 m³ an Volumen dazu, da so ein Schlauch die Luft bremst und die effektive Lüfterleistung mindert. Noch dazu solltet ihr den Schlauch nicht knicken oder harte Biegungen machen – das mindert die Lüfterleistung stark. Nehmen wir also mal an, ca. 2-3m Schlauch werdet ihr schon brauchen – also 2 m³ für die Box plus 3 m³ sind 5 m³, für einen AKF außer den CarbonActive rechnet nochmal 1m³ dazu, da der auch einiges an Leistung frißt, um die Luft überhaupt durchzusaugen, also 6m³ gesamt in diesem Beispiel, damit seid ihr auf der sicheren Seite.

Diese möchte ich einmal pro Minute oder 60 mal pro Stunde tauschen, dabei kommen 360 m³/h heraus. Das sollte die Mindestleistung des LTIs und des AKFs sein, der gekauft wird – mehr ist kein Problem, weniger schon. Viel leiser würde z.B. ein 600 m³/h laufen, der per Stufentrafo oder Klimakontrolle langsamer gestellt wird. Es gilt auch: je größer der Durchmesser der Abluftleitung bzw. des Lüfter-Anschlusses, desto leister ist er beim selben Luftvolumen, da die Luft dann langsamer strömt.

Ein sinnvolles Set für 1x1x2m hat also mindestens einen 360 m³ LTI und AKF dabei. PrimaKlima AKFs genauso wie CarbonActive AKFs sind zu empfehlen, die halten lange und filtern gut. Die CarbonActive sind sehr leicht und auch kleiner und damit leicht zu montieren, dafür sind sie auch teurer. Einen ECO-Line AKF kann ich nicht empfehlen, ist schon einigen Leuten mitten während des ersten Grows ausgestiegen – dann ist der Kummer groß, wenn auf einmal die ganze Gegend stinkt und die Rennleitung vor der Tür steht, das will doch keiner.

Nochmal, um’s ganz klar gesagt zu haben – Indoor Growen ohne Aktivkohlefilter ist grob fahrlässig und nicht zu empfehlen! Spart lieber drauf als ohne anzufangen!

UMLUFT

Wichtig ist auch, in der Box bzw. dem Raum für Umluft zu sorgen. Das heißt, daß die Luft in Bewegung gehalten werden soll, und die Pflanzen sich ebenso leicht im Wind bewegen. Das sorgt für dickere Stämme und besseren Ertrag, ebenso verhindert es Stauhitze.

In einer Box solltet ihr einen oder mehrere Clipventilatoren verwenden, gibt’s beim Growshop oder evtl. auch beim Baumarkt.

In einem Growraum wäre ein Schwenkventilator angebracht, da hier der Platz dafür eher vorhanden ist als in einer Box.

LICHT

Um eine gute Ernte einzufahren werdet ihr beim derzeitigen Stand der Technik nicht um Natriumdampflampen zumindest für die Blütephase herumkommen. Es zählt die für die Pflanzen verwertbare Lichtmenge, Pflanzen können nur Licht in einem bestimmten Spektrum überhaupt verwerten, bzw. tut die Pflanze je nach Lichtfarbe andere Dinge.

Mehr Blauanteil z.B. veranlaßt die Pflanze dazu, buschiger zu wachsen und nicht so sehr in die Höhe – mehr Rotanteil läßt sie höher, aber nicht so buschig wachsen (das was sich ändert ist der Nodienabstand, also der Abstand zwischen Knotenpunkten, an denen Triebe vom Stamm abgehen).

Generell werdet ihr für Natriumdampflampfen ein Vorschaltgerät benötigen, es gibt da viele am Markt. Zu empfehlen (aber teurer) ist ein elektronisches VSG, da es sowohl eine höhere Lichtausbeute mit derselben Lampe bietet als auch eine höhere Lebensdauer (bzw. einen geringeren Leuchtkraftverlust bei selber Leuchtdauer). Idealerweise besorgt ihr euch ein EVSG, das man auch „dimmen“ bzw. in Stufen einstellen kann, z.B. von Gavita/Lumatek (die Geräte sind ident) oder B.A.L. oder von GiB.

Wenn ihr nur Stecklinge heranzieht mit kurzer Vegetationszeit (wird fast nur bei Österreichern der Fall sein), dann reicht euch ein Blüteleuchtmittel für den gesamten Grow – zu empfehlen sind z.B. Philips Green Power oder Son-T Pia Plus, ebenso Osram. Andernfalls wäre ein MH Leuchtmittel sinnvoll, das ihr während der Vegetationszeit (während der Same keimt und vom Sämling zur Pflanze mit ausgebildetem Wurzelsystem heranwächst) verwendet. Ihr könnt auch LSRs während der Vegetationsphase verwenden – siehe LSR Special, Link weiter oben.

Nun wird auch noch interessant – wie groß ist euer Raum/eure Box? 

Generell gilt als Faustregel – bis 80x80cm kann man eine 250W Anlage verwenden, 1 m² sollte schon mindestens 400W als Beleuchtung haben, und 1,2×1,2 sollten schon 600W beleuchten. Solltet ihr als Erstlingsgrow noch größeres vorhaben, dann könnt ihr sicher hochrechnen 

Je kleiner der Raum/die Box und je mehr Watt, desto größer werden die Temperaturprobleme sein. Es macht also keinen wirklichen Sinn, eine 600W Lampe in einer 80×80 Box zu betreiben – es geht schon, mit einer CoolTube z.B., aber nur mit zusätzlichem Aufwand/Kosten.

Wenn ihr einen eigenen Raum habt, solltet ihr den Teil wo die Pflanzen stehen werden abtrennen und ihn mit S/W Folie oder Mylar Spiegelfolie (gibt’s beim Grow Shop) auskleiden, um eine ideale Reflexion zu gewährleisten und außerdem Licht von außen möglichst zu 100% zu blockieren. Siehe Growroom-Tutorial, Link weiter oben.

Was ist ein gutes Leuchtmittel ohne…

REFLEKTOR

– nur halb so viel wert! Ohne Reflektor geht das gesamte Licht das nach oben abgestrahlt wird verloren; es zahlt sich also aus, einen zu kaufen.

Es gibt viele Modelle am Markt, gut bewährt haben sich z.B. die AAW (Adjust-A-Wing) Serie oder auch normale Hammerschlagreflektoren. Es gibt auch integrierte „Fixtures“, die Vorschaltgerät, Reflektor und Lampe vereinen, z.B. von Philips oder Gavita (600+1000W). Diese sind zwar teurer, bieten jedoch sehr gute Lichtausbeute und Temperaturmanagement, ebenso muß man nur ein Stromkabel in die Steckdose stecken, alles ist fertig verkabelt. Wenn man nur weiß wie Strom riecht, sollte man evtl. zu so etwas greifen 

Am Reflektor wird die Fassung für das Leuchtmittel (ist bei den Sets der Onlinehändler generell passend dabei, dort nachsehen bei Bedarf) angebracht und mittels 3-adrigem Kabel mit dem VSG verbunden, falls das nicht schon im Auslieferungszustand so ist. Wie genau das geht, sagt euch am besten Google oder der Händler – bei Google z.B. den Namen eures VSG und „anschließen“ dazu – dann sollte euch geholfen werden.

MESSGERÄTE

Zum Anfangen reicht ein simples Thermo/Hygrometer. Das gibt’s im Baumarkt oder beim Elektronik-Händler für wenig Geld, könnt auch ein Gerät mit einer Funk-Außenstation nehmen und die Hauptstation dort plazieren wo ihr sie im Blick habt.

Optional sind pH und EC Meßgeräte sinnvoll, aber grade auf Erde kein Muß, solange man die Grund-Werte seines Gießwassers kennt.

DÜNGER/ADDITIVE

Es gibt viele Düngerhersteller, ihr solltet euch für einen davon entscheiden. Die gängigen, mit denen die meisten Erfahrungswerte vorliegen, sind z.B. Hesi und Canna. Von Hesi gibt’s ein Starter Kit, bei dem alles notwendig drin ist – von Canna werdet ihr z.B. Terra Vega, Terra Flores (die Grund-Dünger), Rhizotonic (Wurzelstimulator), Cannazym (Enzyme zum Salz-Abbau im Substrat und zur besseren Nährstoffaufnahme) und PK13/14 brauchen, dann habt ihr alles beisammen.

Bei jedem Düngerhersteller gibt es einen Düngeplan, an den man sich halten sollte. Dabei gibt es aber einen Haken: die sind normalerweise auf Osmosewasser bzw. destilliertes Wasser mit einem EC von 0-0,1 gerechnet. Dadurch ist die angegebene Düngermenge meist viel zu hoch, da selbst gutes Trinkwasser (z.B. Hochquellwasser in Wien) ca. 0,3-0,4 EC hat. Canna bietet einen Düngerechner an, der einem die nötigen Werte für seine Wasserqualität ausrechnet. Man sollte „light feeding“ oder „normal feeding“ auswählen, höher ist problematisch.

Die auf der Packung angegebenen Werte sind jedenfalls generell zu hoch – wenn man keine Möglichkeit hat, die Wasserqualität testen zu lassen, sollte man mit ca. der Hälfte der auf der Packung angegebenen Dosis beginnen und sich langsam vortasten.

Generell gilt bei Dünger: weniger ist mehr – mehr Dünger veranlaßt die Pflanze nicht, deswegen mehr zu tun – vielmehr ist es so, daß die Pflanze fähig dazu sein muß, die Nährstoffe umzusetzen, die ihr angeboten werden. Wenn es zuviele sind, bilden sich Salze im Boden, die die Nährstoffaufnahme erschweren und die Pflanze schädigen – eine Überdüngung ist nicht reparabel, sie wird definitiv den Ertrag und/oder die Qualität mindern, eine Unterdüngung ist meist sehr schnell behebbar und führt – früh genug behoben – selten zu bleibenden Schäden.

ERDE

Man sollte sich passend vorgedüngte Erde besorgen – am besten z.B. von Gold Label, BioBizz oder Plagron – es gibt von diesen Herstellern jeweils Light Mix und Normal bzw. Special Mix. Der Light Mix ist nicht so stark vorgedüngt und sollte für die Anzucht von Samen verwendet werden, da wäre die schon stärker vorgedüngte Normal/Special Mix Erde zu scharf dafür und würde den Sämling „verbrennen“ lassen.

Mit Stecklingen kann man auch gleich zu Normal/Special Mix Erde greifen, sollte dann aber ca. 2-3 Wochen gar nicht düngen (dann ist man bei Stecklingen meist schon am Anfang der Blütephase), bis die ersten leichten Mangelerscheinungen zu sehen sind, ansonsten wird man die Pflanzen überdüngen. Mit etwas mehr Erfahrung wird man evtl. selbst den Dünger dosieren wollen und zu Light Mix oder anderen Substraten greifen, doch am Anfang ist passend vorgedüngte Erde sicherlich der einfachere Weg.

und zuallerletzt….

GROW IT!

  • rohrlüfter 3***m³
  • düngerplan Goldlabel
  • leise growen
  • northern lights #5 x haze ertrag 1000w
 


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