Von Panama Red und Oaxacan Gold

 

Von Panama Red und Oaxacan Gold1Die Zeiten haben sich geändert, auf den Feldern der Hanfbauern blühen schon lange keine seltenen und ursprünglichen Landrassen mehr, denn auch hier hat der Holland-Gen Pool die Vorherrschaft übernommen. Die Gründe dafür sind vielseitig. Hoch gezüchtete Hybriden reifen schneller aus, erzielen einen besseren Ertrag und lassen mehrere Ernten pro Saison zu, Ein anderer Vorteil ist der niedrigere Wuchs. Ursprüngliche Sativas aus Thailand oder Hawaii werden zum Teil vier bis fünf Meter hoch und sind leichter von einem Helikopter aus zu sehen, als kleine zwei Meter hohe Indica/Sativa Hybriden. Darüber hinaus kann heute fast jeder über das World Wide Web Hanfsamen bestellen und wenn das auch nicht klappt kommt bestimmt ein Breeder vorbei und bietet seine Samen bei einer Hanfmesse an. Aus diesen Gründen gehen viele alte Genetiken und besondere Klassiker der 70er und 80er Jahr unwid­erruflich verloren und werden verdrängt.

Doch es gibt einige Grower, Breeder und Unternehmen die sich der Erhaltung solcher Strains verschrieben haben.

World of Seeds, HortaPharm, Robert Connell Clarke, Alpine-Seeds, Seedsman mit Sam the Skunkman, seine frühere Seedbank Sacred Seeds & Cultivators Choice und viele Hobbygärtner auf der ganzen Welt versuchen Sorten wie Oaxacan Gold, Panama Red, Chocolate Thai oder Elephant Ear zu sichern und zu erhalten.

Was ist das Spezielle an diesen Landrassen?

Ganz einfach. Der Turn, das Aroma und der Geschmack sind wirklich etwas besonderes, jeder der mal eine Molokai Frost oder eine Colombian Gold geraucht hat wird merken, dass dieser Turn unvergleichlich mit den heutigen kommerziellen Sativa Strains ist. Das oftmals extrem psychedelische Up-High und der fruchtig, zitronige Gesch­mack machen das Rauchen zu einem echten Erlebnis. Es gibt einige Grower die ausschliesslich Sativa Landrassen anbauen und nichts anderes wollen. Diese Leute nehmen eine sehr lange und schwierige Blütephase auf sich, um am Ende mit einer besonderen Qualität entlohnt zu werden. In dem heutigen Artikel geht es um die Herkunft und die Geschichte dieser besonderen Pflanzen.

Was sind eigentlich Landrassen? 

Laut Definition versteht man unter Landrassen „Pflanzen, die sich ohne systematische Züchtung, seit Generationen und in einem bestimmten Gebiet an das hiesige Klima und die Umweltbedingungen angepasst haben“. Doch ab wann zählt eine bestimmte Genetik zu den ursprünglichen und natürlichen Sorten einer Region? Amerikanische Landrassen existieren erst seit 20-30 Jahren, wogegen mexikanische Genetiken ihren Ursprung tatsächlich auch sehr oft in Mexiko haben. Da gehen die Meinungen teils sehr weit auseinander. Ich persönlich denke das Pflanzen, die sich seit zehn oder mehr Jahren an eine bestimmte Region gewöhnt haben auch als Landrasse gezählt werden können.

Thai Landrasse

Länder aus denen bekannte Strains kommen oder kamen sind Kolumbien, Pana­ma, Mexiko, Nigeria, Kongo, Indien und Thailand, um hier nur einige zu nennen. Die Blütezeit der meist reinen Sativas beträgt in der Regel zwischen 90 und 120 Tagen, je nachdem aus welchem Gebiet die Pflanze kommt. Äquatoriale Sativas sind meist etwas potenter und besitzen einen hohen THC und einen niedrigen CBD Gehalt. Entfernt man sich vom Äquator, wird der CBD Gehalt steigen und die THC Konzentration in den Blüten abnehmen. Pflanzen aus Thailand, Afrika oder Hawaii sind zusätzlich etwas heikel und neigen in einigen Fällen schnell zur Zwitterbildung. Das hat zum einen etwas mit den extremen Wetterbedingungen in den entsprechenden Anbauländern zu tun. Der andere Grund ist die sehr hohe Empfindlichkeit bei schnellen Änderungen der Photoperiode.

Wenn man reine Sativa Landrassen Indoor growt muss man einige Sachen beachten, um wirklich Erfolg zu haben. Strains die nicht im Innenbereich selektiert wurden, werden Indoor auch nicht immer einen überzeugenden Ertrag und eine gute Performance abliefern. Die Bedingungen an welche die Pflanzen in ihren Ursprungsländern gewöhnt sind, sind unter künstlichen Licht ganz anders als in ihrer natürlichen Umgebung. Vor allem die kürzere Wachstumsphase macht einen deutlichen Unterschied aus. Man sollte Landrassen auch nie mit F1 Hybriden vergleichen. Das sind zwei ganz verschiedene Arten von Pflanzentypen, die sehr wenig miteinander zu tun haben.

Sativas haben im Unterschied zu Indicas einen deutlich höheren Stickstoffbedarf, was auf die längere Vegetativphase und ein entsprechend schnelleres Wachstum zurückzuführen ist. Bis in die vierte oder fünfte Blütewoche können reine Sativas an Höhe dazu gewinnen, erst dann beginnt die richtige Blütenbildung.

Das enorme Wachstum kann man durch die Wahl kleinerer Töpfe etwas bremsen. Haben Sativas zu viel Platz für die Wurzeln kann das zusätzlich die Blütezeit ver­längern, ja sogar die Lockerheit der Blüten steigern. Ich empfehle lieber kleine Töpfe, optimal sind hierbei 6.5L oder 8L. Dadurch verkürzt man die Nodienabstände und bekommt etwas dichtere Buds. Man muss beachten, dass diese Landrassen in ihren Heimatländern oft auf sehr steinigen und nährstoffarmen Böden existie­ren, auch der PH-Wert liegt mit 7 bis 8 deutlich über dem Optimum.

Man muss auch verstärkt auf die Temperaturen achten. Bei Temperaturen über 30 Grad wird das Wachstum nochmals angeregt, man kennt das Phänomen auch von vielen Haze Kreuzungen, die darauf ähnlich schnell reagieren. Haze ist ja auch nichts anderes als eine Kreuzung aus vier reinen Sativas aus verschiede­nen Regionen der Erde. Man erkennt das erneute Wachstum an neuen Trieben, die völlig überraschend aus den Blüten austreiben.

Die richtige Dünger Dosierung bei Sativas zu finden ist nicht immer einfach. Die Pflanzen brauchen aufgrund ihrer langen Wachstumsphase mehr und länger Stickstoff, allerdings kann es bei zuviel davon auch schnell zu extrem grossen Nodienabständen kommen, das Längenwachstum beschleunigt sich und die Blütenproduktion zieht sich in die Länge. Auch die Reife wird sich unkontrollierbar hinausgezögern. Auf Blütedünger, sprich mehr Kalium und Phosphor, sollte man erst umstellen, wenn die Griffelproduktion richtig in Gang kommt, bis dahin würde ich weiter mit einem Dünger für die Wachstumsphase arbeiten.

Achtet man auf diese kleinen Sachen,

steht einem interessanten Sativa Growdurchgang nichts mehr im Weg!

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